Systemhäuser müssen sich trotz guter Umsätze wandeln. Welche Aspekte sind für die Transformation zum Systemhaus 4.0 wichtig? Und wie sieht das Markt- und Wettbewerberumfeld aus? Diesen Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe von „Trend.Abgescannt.

Analysten und Beobachter sind sich sicher: Das Geschäftsmodell der Systemhäuser wird sich wandeln. Doch durch die gute wirtschaftliche Lage mit zweistelligen Umsatz- und Profitzuwächsen besteht für die Systemhäuser noch kein Handlungsdruck. Für die Transformation sollten Unternehmen zukünftig nicht nur alle IT-Lösungen und Trends im Blick haben, sondern auch eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern, Kunden und Kooperationspartnern anstreben, um individuelle Lösungsansätze zu entwickeln. Dafür müssen Systemhäuser im eigenen Unternehmen das in Angriff nehmen, was sie ihren Kunden empfehlen: die Digitalisierung.

Konsolidierung im Markt, Systemhäuser mit positiver Entwicklung.

Aufseiten des Marktes zeigt sich eine zunehmende Konsolidierung durch Übernahmen, sowohl im Channel als auch in der ITK-Distribution. Andererseits ist eine Differenzierung durch Spezialisierung und Neugründungen, vor allem im Managed-Cloud-Provider-Umfeld, zu erkennen. Aus der Systemhausstudie von IDG geht hervor, dass der Systemhausmarkt sich positiv entwickelt und die Top 25 einen Inlandsumsatz von 19 Mrd. Euro erreichten – das entspricht einem Anteil von 23 Prozent am gesamten IT-Markt. Die größten Umsatzsteigerungen sehen die Analysten bei Managed Services, Fernwartung & Hosting, IT-Security und Public Clouds.

Tief greifender Wandel.

Systemhäuser sehen als direkte Wettbewerber primär ihresgleichen, gefolgt von Herstellern und reinen IT-Dienstleistern. Die Umwälzungen im Markt würden aber viel tiefer greifen, denn traditionelle Handelsstufen lösen sich durch die Cloud-Revolution zunehmend auf. Die wichtigsten Marktteilnehmer gehen dabei teilweise unterschiedliche Wege. Systemhäuser beispielsweise stoßen mit den Cloud-Marktplätzen in das Revier der Distribution vor. Distributoren hingegen haben ihr Angebot ausgebaut und bieten Funktionen an, die vorher von Herstellern und Resellern übernommen wurden.

Für klassische Systemhäuser sieht die Zukunft positiv aus – vorausgesetzt, der Wandel hin zum Managed Cloud Service Provider gelingt.