Für Systemhäuser liegt im IT-Outsourcing derzeit deutliches Potenzial verborgen. Das ist aber nicht ganz leicht zu heben, wie die aktuelle Ausgabe von Trend.Abgescannt. erklärt.

Outsourcing-Potenzial vorhanden

In Deutschland ist Outsourcing-Potenzial vorhanden. So seien laut einer Anwenderstudie von IDG knapp die Hälfte der Befragten der Ansicht, dass die Möglichkeiten des Outsourcings nur zu maximal 40% genutzt werden. Problematisch sei, dass es nicht gelinge das Potenzial zu heben. Einer Analyse von ISG zu Folge würden sich IT-Outsourcing und Services 2017 in DACH nur schwach entwickeln - der jährliche Vertragswert sei im zweiten Quartal zurückgegangen.

Anbieter positionieren sich neu

Die Neupositionierung oder Bereinigung des Service-Portfolios könne sowohl Ursache als auch Folge der mittelfristigen Marktentwicklung sein. Eine Ursache könnte sein, dass in der Vergangenheit große Outsourcing-Verträge geschlossen wurden die nicht erfüllbar, nicht profitabel oder gar ein Verlustgeschäft waren. Ein weiterer Grund sei, dass der externe IT-Bezug immer mehr in Richtung "Cloud" gehe.

Systemhäuser im Wandel

Bis auf wenige Ausnahmen beherrschen die von Gartner 16 identifizierten Anbieter im Bereich "Data Center Outsourcing & Infrastructure Utility Services" in Deutschland und in Europa die neuen Markttrends, indem sie massiv in Cloud-Services investieren. Das Leistungsspektrum reiche von Public Clouds über den Betrieb von Hybrid Clouds bis zu Managed Security aus der Cloud. Auch Systemhäuser und Distributoren haben dieses Marktsegment für sich entdeckt und betreiben den Wechsel vom Hardware-Geschäft hin zu margenstärkeren Dienstleistungen. Die Systemhausbranche erwarte durch den Ausbau der Managed-Service-Strategie einen wesentlichen Beitrag zur Digitalen Transformation seiner Kunden und zur eigenen Zukunftssicherung. Doch die Systemhäuser übersehen, dass sie ihr eigenes Geschäft erst transformieren müssen um ein lösungsorientierter Service-Consultant zu werden - ein langwieriger und steiniger Weg mit ungewissen Erfolgsaussichten.

Outsourcing-Umsetzung kein Selbstläufer

Einer Untersuchung von Horváth et al. zeige eine hohe Erfolgsvarianz bei der Umsetzung von IT-Outsourcing. Einige Unternehmen würden die IT-Outsourcing-Ziele vollständig erreichen, andere würden den Vertrag gerne rückabwickeln und wieder "insourcen". Auch die Werte von Sourcing-Anteil und Zufriedenheit in Bezug auf die Services stehe nicht im Einklang. Anwendungssupport und -entwicklung würden am häufigsten ausgelagert, obwohl die Zufriedenheit damit am niedrigsten ist. Einer europaweiten Umfrage von Whitelane Research zufolge, bestehe bei Anwendern eine hohe (49 %) oder sehr hohe (13 %) Zufriedenheit mit der Outsourcing-Provider-Leistung.