Der deutsche Mittelstand geht das Thema Digitalisierung nur sehr zaghaft an. Wie eine neue Studie von KfW Research zeigt, befindet sich der deutsche Mittelstand noch in einer frühen Phase der Digitalisierung. Zwar haben vier von fünf kleinen und mittleren Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren Digitalisierungsprojekte umgesetzt, die einzelnen Vorhaben hatten jedoch meist nur einen überschaubaren Umfang, wie die Computerwoche berichtet. Vor allem kleine Unternehmen (unter zehn Beschäftigte) setzten dafür weniger als 10.000 Euro pro Jahr ein - und planen häufig für die nächsten Jahre keine höheren Ausgaben. Knapp die Hälfte der großen Mittelständler (150 und mehr Beschäftigte) geben über 100.000 Euro im Jahr dafür aus. Insgesamt haben 83 Prozent der mittelständischen Unternehmen in den Jahren 2013 bis 2015 Digitalisierungsvorhaben durchgeführt. "Die meisten mittelständischen Unternehmen bauten ihre Digitalisierung zwar aus, gingen dies jedoch überwiegend in kleinen Schritten an", kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. So befinden sich laut Studie etwa ein Drittel der Mittelständler aktuell noch in einem Grundstadium der Digitalisierung, d.h. bei ihnen sind selbst grundlegende Anwendungen wie ein eigener Internet-Auftritt unterdurchschnittlich verbreitet. Dabei zählen besonders häufig die kleinen Mittelständler mit weniger als 50 Mitarbeitern zu diesen Digitalisierungs-Nachzüglern. Als wesentliche Hemmnisse einer weitergehenden Digitalisierung nennen die Unternehmen mangelnde IT-Kompetenzen ihrer Belegschaft (67 Prozent), Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit (62 Prozent), und die mangelhafte Geschwindigkeit der Internetverbindung (58 Prozent). Doch auch ein schneller Abbau dieser Hemmnisse dürfte nicht ausreichen, um einen 'Digitalisierungsschub" im deutschen Mittelstand auszulösen: Viele Unternehmen scheinen den Nutzen einer weitergehenden Digitalisierung für ihr Geschäftsmodell noch nicht erkennen zu können - sie fürchten die hohen Investitions- sowie Betriebskosten (59 Prozent) und investieren aus diesem Grund nicht oder zu wenig in digitale Projekte.