Der Siegeszug der Cloud wird in vielen Rechenzentren bereits auf der Startgeraden unterbrochen. Nur bei etwas mehr als einem Drittel der 177 in der repräsentativen Studie Optimized Data Center von techconsult befragten RZ-Betreiber nimmt die Cloud-Technologie einen höheren Stellenwert in der Unternehmensstrategie ein. Und das obwohl sie sowohl aus Betreibersicht für die Erbringung von Managed Services als auch aus Nutzersicht als additives Element in der eigenen Rechenzentrumsinfrastruktur eine wichtige Rolle einnehmen kann. Ein Anteil von 20 Prozent der Befragten zieht Clouddienste in ihrem strategischen Planungshorizont noch gar nicht in Betracht. Die fehlende strategische Etablierung des Cloud-Komplexes führe dazu, dass auch die konkreten Anwendungsmöglichkeiten eher unterdurchschnittlich umgesetzt sind. Dazu zähle die Flexibilität in der Ergänzung der eigenen Leistungen durch Cloud-Services sowie der Betrieb von Geschäftsapplikationen in Cloud-Umgebungen, so der projektverantwortliche Analyst Marco Becker. Aktuell am häufigsten im Rechenzentrum eingesetzt werde der Cloud-Dienst Microsoft Azure. Das gelte sowohl für unternehmensinterne Rechenzentren, die zur eigenen Wertschöpfung genutzt werden, als auch für Colocation und Managed Service Provider. Am dominantesten behaupte sich Azure in den unternehmensinternen Rechenzentren gegenüber den anderen Anbietern. Bei Colocation und Managed Service Providern sei dieser Abstand weniger groß, das heißt Amazon Web Services (AWS), die Google Cloud Platform (GCP) und andere Anbieter kommen hier häufiger zum Einsatz als in internen Rechenzentren.